Warum modernes Wundmanagement?

Dass „FEUCHT“ die Wundheilung fördert, wissen inzwischen die meisten Schwestern und Pfleger. Viele geben trotz zahlreicher Diskussionen und unangebrachter Kritik nicht auf und kämpfen teilweise einsam und verlassen für die Akzeptanz bzw. die grenzenlose Einführung des modernen Wundmanagements. Das funktioniert leider nur, wenn alle, die an der Behandlung einer Wunde nach einem und demselben Konzept arbeiten. Das Problem an dieser Geschichte sind aus meiner Erfahrung sture, konservative Kollegen und ein Großteil unserer Ärzte.

Besonders viele Mediziner schrecken erstmal vor den, im Vergleich zum traditionellem Verbandsmaterial, hohen Anschaffungskosten für moderne Wundauflagen zurück. Diese Sorge ist aber völlig unbegründet, denn modernes Wundmanagement ist die günstigste Methode! Wenn man die Material- und Personalkosten für den täglichen traditionellen Verbandswechsel mit dem fortschrittlichem Kozept vergleicht, stellt man sehr schnell fest, dass eine moderne Wundversorgung, die nur durchschnittlich alle 3-4 Tage durchgeführt wird, 75% günstiger ist!

Man hat schon Ende der 60er Jahre rausgefunden, dass feuchte Wundverbände die Wundheilung fördern! Unglaublich, dass jetzt 40 Jahre später immer noch mit Salbe und Kompresse verbunden wird. Ich möchte nicht behaupten, dass wir heutzutage keine Wundsalben mehr brauchen. Zum Inhalt meines Verbandswagens gehören nach wie vor einige Tuben, aber die Indikation bei der Entscheidung für einen konservativen Verband muss stimmen.
Ein weiterer Grund warum moderne Wundauflagen nicht eingesetzt werden, ist mangelndes Wissen über die Handhabung und die Wirkungsweise der Produkte. Die Teilnahme an einer Fortbildung, bei der man neue Erkenntnisse in diesem Bereich gewinnen könnte, wird aber auch nicht für nötig gehalten, oftmals sogar belächelt. Man ist schließlich Arzt, der alles kann und weiß (angeblich)…
Viel schlimmer finde ich, wenn unsere Doktoren oder Kollegen ihr fehlendes Wissen zum Thema „modernes Wundmanagement“ nicht zugeben wollen und deshalb alle Angelegenheiten diesbezüglich ablehnen oder ohne Erfahrung und Hinzuziehen eines auf diesem Gebiet geübten Pflegepersonals herumpfuschen. So erlebt man manchmal die außergewöhnlichsten Dinge. Ich habe mal eine Patientin, die „stolze Besitzerin“ eines „Drei-Stufen-Verbandes“ war, übernommen. Das atemberaubende „Werk“ bestand aus ganz viel Salbe, Kompresse und einer modernen Wundplatte! Die dilettantisch arbeitende Schwester konnte mir nicht das geheimnisvolle Ziel ihrer Behandlungsstrategie erläutern und es war ihr noch nicht einmal peinlich!
Oh Leute, macht die Augen auf und geht mit ein wenig mehr Motivation und Interesse an euren Beruf ran. Wir arbeiten doch hauptsächlich mit Menschen und nicht mit Maschinen. Wenn ihr schon zu träge seid um eine Fortbildung zu besuchen, dann schaut doch auf die Internetseiten diverser Hersteller und schaut euch die Produktbeschreibungen an, fordert Broschüren an oder seid ganz einfach nicht zu stolz und holt euch Tipps von erfahrenen Kollegen.  Außerdem besteht auch noch die Möglichkeit Vertreter diverser Unternehmen für moderne Wundauflagen in eure Abteilung einzuladen und eine interne Schulung durchzuführen.

Es gibt inzwischen eine wahnsinnig große Auswahl an Produkten des modernen Wundmanagements wie z.B. antibakteriell wirksame Verbände oder Verbände zur lokalen Schmerztherapie, die die bestmögliche Behandlung unserer Patienten gewährleisten. Warum sollten wir diese Möglichkeiten, die auch noch so viele Vorteile haben, nicht nutzen?

Also ihr lieben trotzigen Ärzte und bockigen Kollegen, gebt euch einen Ruck und dem modernen Wundmanagement eine Chance. Schließlich geht es hier um unsere Patienten, für die wir alle das BESTE wollen!

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Ein Gedanke zu „Warum modernes Wundmanagement?“

  1. Ach Pflasti´, wenn doch nur ein paar mehr Menschen so denken würden wie wir…Alleine der Aufwand eines solchen, altmodischen Kunstwerkes.Die Schmerzen beim VW.Die Hautirritation.Allergien auf div. Salben.Unangenehmes tragen(Bei großflächiger Mumifizierung.Falsche Desinfektion.Die Häufigkeit des VW und dabei die Zerstörung der sich gerade eben frisch gebildeten Granulation… Echt zum heulen.Und fast aussichtslos Erneuerungen unter den Kollegen zu verbreiten.

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