Home

Mount Misery – der Wahnsinn geht weiter

Donnerstag, 6. November 2008 | Autor:

Fast zwanzig Jahre nach dem Bestseller „House of God“ ist der Nachfolgeroman Mount Misery von Samuel Shem erschienen. Der an der Harvard Medical School tätige Psychiatrieprofessor Samuel Shem, bzw. eigentlich Dr. Stephen Bergman, präsentiert in diesem Roman seine eigene Fachrichtung erschreckend wahrheitsgetreu, illusionslos und mit enorm viel schwarzem Humor. Es geht mal wieder u.a. um Dr. Roy Basch, der seine Ausbildung in der angesehenen Psychiatrie Mount Misery absolviert und seine beruflichen Ziele und Vorstellungen des öfteren in Frage stellt.
Ich habe das Buch vor längerer Zeit im Sommerurlaub (obwohl ich eigentlich vom Krankenhausalltag abschalten wollte) gelesen und konnte es aufgrund des fesselnden und sehr amüsanten Schreibstils oder auch der Erinnerung an meinen Ausbildungseinsatz in der Psychiatrie nicht aus der Hand legen.

Auch Mount Misery hat genauso wie House of God seine Gesetze:

  1. In der Psychiatrie gibt es keine Gesetze
  2. Psychiater spezialisieren sich auf ihre eigenen Schwächen
  3. Bei einem psychiatrischen Notfall muss man als erstes seinen eigenen Geisteszustand prüfen
  4. Der Patient ist nicht der einzige, der die Krankheit hat – oder nicht hat
  5. In der Psychiatrie kommt erst die Behandlung und dann die Diagnose
  6. Die schlechtesten Psychiater nehmen die höchsten Honorare, und Weltexperten sind die schlimmsten
  7. Wenn man ein Psychotherapeut werden will, ist ein Medizinstudium nur hinderlich
  8. Die Kollegen schaden dir mehr als die Patienten
  9. Man erfährt alles über einen Menschen, wenn man sich ansieht, wie er Sport treibt
  10. Körperlich Kranke nehmen ihre Medizin nur in fünfzig Prozent der Fälle, psychisch Kranke nehmen ihre
    Medizin nie
  11. Die Therapie ist ein Teil des Lebens und umgekehrt
  12. Psychotherapeutische Heilung hat nichts mit Psychologie zu tun; Kontakt, nicht das Selbst, bewirkt
    die Heilung
  13. Psychiatrische Pflege besteht darin, dass man so wenig wie möglich weiß, aber so viel wie möglich
    davon begreift, was es heißt, den Kummer eines Menschen mit ihm zu teilen

Ähnliche Artikel:

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Krankenpflege Allgemein

Diesen Beitrag kommentieren.

2 Kommentare

  1. 1
    Diana 

    Fand House of God aber irgendwie besser…

  2. 2
    Cora 

    Ich habe vor einiger Zeit House of God und Mount Misery gelesen. Das Erste fand ich persönlich auch besser und gleichzeitig erschreckend, das es damals wie heute aktuell ist. Man könnte den Eindruck bekommen, wir hätten nichts dazu gelernt. 😉

Kommentar abgeben