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Kann man Stevia bedenkenlos als Zuckerersatz verwenden?

Donnerstag, 22. März 2012 | Autor:

Seit einiger Zeit taucht häufig der Name Stevia auf, wenn man nach einem natürlichen Zuckerersatz sucht. Stevia basiert auf einer Pflanze aus Südamerika und ist seit 2011 europaweit als Lebensmittelzusatz zugelassen. Zerstreut das aber alle gesundheitlichen Bedenken?

Die Stevia Pflanze hat Tradition

Bei den südamerikanischen Ureinwohnern ist das sogenannte Süßkraut zum Süßen immer schon verwendet worden. Stevia Rebaudiana, so der botanische Name, gehört zu den Korbblütlern und wächst etwa einen Meter hoch. Das in den Blättern enthaltene Steviosid ist bei einer Konzentration von 0,4 Prozent 300 Mal süßer als Raffinadezucker. Seit 1970 wird Stevia in Japan industriell zum Süßen verwendet, später dann auch in den USA. Der natürliche Süßstoff wurde dort wegen entsprechender Untersuchungen 1991 vorübergehend verboten.

Gesundheitliche Bedenken oder Marktgerangel?

1985 ergaben Forschungen an der Universität in Chicago, dass ein Steviosid-Stoffwechselprodukt mutagen wirken, also Krebs auslösend sein kann. Marktpolitisch pikant ist, dass diese Studie vom Chemieriesen Monsanto in Auftrag gegeben und finanziert wurde. Und ausgerechnet Monsanto ist der Hersteller eines synthetischen und weltweit vertriebenen Süßstoffes, nämlich Aspertam! 1990 konnte eine britische Studie bei gleicher Versuchsanordnung in der Monsanto-Studie Fehler nachweisen und kam selber zu keinen beunruhigenden Werten.

Das Verbot für die USA wurde 1995 wieder aufgehoben. 1999 wurde laut Bericht der Lebensmittelkommission der Europäischen Union festgestellt, dass durch Steviosid die Fruchtbarkeit bei Ratten beeinträchtigt werde. Allerdings war hierfür eine Konzentration notwendig, die auf den Menschen bezogen bedeuten würde, man esse täglich die Hälfte des eigene Körpergewichts an frischen Stevia-Blättern. Ein Forscher dazu lakonisch: „In diesen Mengen wären Zucker und Süßstoffe geradezu giftig.“

Vorteile von Stevia

Es bleibt wichtig, dass auch Naturprodukte auf ihre Wirkung untersucht werden. Eine naive Spaltung in gesunde Natur und kranke Chemie wäre falsch und nicht weiterführend. Die gesundheitlichen Vorteile sprechen heute für Stevia: Das Produkt ist natürlich und kalorienfrei, die Blätter können im Ursprungszustand verwendet werden. Bei Diabetes, Neurodermitis und Zuckerunverträglichkeit stellt es eine gute Alternative dar.

Stevia scheint auch Kinder nicht abhängig zu machen wie Zucker und fördert die Entstehung von Karies nicht. Weder aus Südamerika noch aus Japan, wo schon lange Stevia konsumiert wird, gab es bisher Berichte über gesundheitliche Bedenken.

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Thema: Sonstiges

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3 Kommentare

  1. 1
    Reiner 

    Danke für den interessanten Artikel. Das bei diesen negativen Untersuchungen zu Stevia der Pharmakonzener Monsanto seine Hände mit im Spiel gehabt haben soll habe ich auch schon gehört. Wie gut, dass sich dieser wunderbare Stoff jetzt doch durchgesetzt hat.

  2. 2
    JUP 

    Ich bin froh, dass man sich neuerdings viel mehr über gesunde Ernähung auf der Basis von Naturprodukten Gedanken macht. Denn die Menschen haben sich von jeher von der Natur ernährt. Außer Stevia gibt es eine ganze Menge Kräuter, die gut zum Würzen und auch zum Sattmachen geeignet sind.
    LG

  3. 3
    DerStefan 

    Toller Artikel. Die Zulassung hat meines erachtens eindeutig zu lange gedauert. Das da nicht alles ganz normal und legal abgelaufen sein kann, kann man durch aus vermuten. Die Zuckerindustrie bekommt damit natürlichen einen ernstzunehmenden Mitbewerber.

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