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Wir heben mehr als Bauarbeiter!

Donnerstag, 28. August 2008 | Autor:

Wer von euch hatte noch nie Rückenschmerzen? Ich vermute, das werden die wenigsten sein, denn zwei von drei Pflegekräften haben mit diesen schmerzhaften Beschwerden zu kämpfen.
Ursachen dafür gibt´s genug: langes Stehen, Arbeiten in anstrengenden Haltungen, Heben und Umbetten von Patienten, Verstellen der Rückenlehne von Patientenbetten, Tragen von schweren Kisten oder Behältern und auch das regelmäßige Schieben eines schweren Verbands- oder Bettenwagens.
Außerdem können auch psychische Belastungen wie Stress, Zeitdruck, hohe Arbeitsintensität, mangelnde Anerkennung und Unterstützung Rückenschmerzen auslösen oder verstärken.

Eine Erwerbstätigenbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus dem Jahre 2005/2006 hat aus unsere Sicht zu erschreckenden Ergebnissen geführt.

93,8 % der Pflegenden verrichten ihre Arbeit häufig oder immer im Stehen. Zwei Drittel der weiblichen Beschäftigten in Krankenhäusern und Altenheimen müssen regelmäßig schwere Lasten von mehr als 10 kg heben oder tragen. Damit werden sogar die Beschäftigten im Baugewerbe übertroffen, denn dort muss nur jeder zweite häufig diese Lasten heben.

Dass psychische Anforderungen Rückenschmerzen verstärken können, habe ich ja bereits erwähnt; umso furchtbarer ist es nun zu hören, dass sogar 40% der Pflegenden ihre Arbeit als emotional belastend empfinden. In allen anderen Branchen haben lediglich 10% der Beschäftigten dieses Gefühl. Außerdem beklagten 71% der Pflegenden oft mehrere Dinge zeitgleich im Auge behalten zu müssen; in anderen Berufen sind es nur 58,1%. Das löst natürlich wieder Stress aus, der wiederrum zu Rückenschmerzen führen kann.

So in etwa könnte ich die Liste ewig mit statistischen Zahlen fortsetzen. Wer an den vollständigen Ergebnissen der Befragung interessiert ist, der sich diese auf der Seite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin anschauen.

Durch diese Befragung wird wieder klar: wir haben uns für einen der schwierigsten Berufe entschieden und eins steht schon sehr lange fest, Rückenschmerzen treffen fast ausnahmslos jeden Pflegenden. Den einen früher, den anderen später.
Das einzige was man dagegen tun bzw. versuchen kann, ist Sport zu treiben, denn ein starker Rücken kennt Außerdem wird einem ja schon während der Ausbildung die Wichtigkeit des rückenschonenden Arbeitens beigebracht, was in der Praxis leider nicht durchgehend umsetzbar ist.
Wer die Möglichkeit hat, sollte einen Kinästhetik-Kurs besuchen und auch alle vorhandenen Hilfsmittel z.B. Patientenlifter einsetzen um möglichst lange mit Spaß und ohne Schmerzen den Beruf auszuüben.

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Thema: Krankenpflege Allgemein

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