Pflegepersonal geht akademische Wege

Ab dem nächsten Wintersemester wird in Gera und München erstmals der Bachelor-Studiengang „Pflege“ angeboten. Der Ablauf bzw. die Gliederderung des Studiums sind je nach Bundesland bzw. Einrichtung unterschiedlich, alle Teilnehmer egal in welcher Region erwerben jedoch wissenschaftliche Kompetenz und Kenntnisse und einen akademischen Abschluß.

Die Absolventen werden in der Zukunft sicherlich sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Der Studiengang „Pflege“ verläuft in München dual, d.h. die Studierenden erhalten nach den ersten sechs Semestern, die sich parallel  aus Ausbildung und Studium zusammensetzen, eine staatliche Berufszulassung. Anschließend wird in drei Vollzeit-Semestern der Bachelor of Science erworben.
An dem Modell beteiligen sich zwei Kliniken in München und eine in Augsburg sowie die dazugehörenden Berufsfachschulen.
Um in diesem Studiengang aufgenommen zu werden, braucht man eine Hochschulzugangsberechtigung und einen Ausbildungsvertrag mit einer der erwähnten Kliniken bzw. Berufsfachschulen.

In Gera wird der Studiengang „Pflege“ genauso wie in München ab dem nächsten Wintersemester angeboten und läuft berufsbegleitend ab.  Je nach Einstiegsqualifikation dauert das Studium sechs bis neun Semester. Die Pflegekräfte entscheiden sich gleich zu Beginn für einen fachlichen Schwerpunkt aus den Bereichen Anästhesiologie/ Anästhesiepflege oder Intensivmedizin/ Intensivpflege. Außerdem stehen zahlreiche Wahlmodule aus den Bereichen Notfallmedizin/ Notfallpflege, Schmerztherapie/ Schmerzmanagement, Onkologie/ Palliativmedizin sowie Alters- und Zivilisationskrankheiten auf dem Lehrplan. Für die Durchführung sind die HELIOS Kliniken Gruppe, die SRH-Kliniken und die SRH-Fachhochschule für Gesundheit in Gera verantwortlich.

In Hamburg hat bereits im letzten Wintersemester der este Bachelor-Studiengang für Nursing Science angefangen. Dort dauert die Hochschulausbildung insgesamt fünf Jahre und verläuft in folgenden Schritten. Die Studierenden beginnen nach dem ersten Ausbildungsjahr in der Pflege parallel mit dem Studium. Nach drei Jahren machen sie ihr Examen zur Gesundheits- u. Krankenpfleger/in. Danach folgt eine akademische Weiterbildung, die an der Hamburger Fernhochschule zwei Jahre dauert und zu dem Abschluss „Bachelor of Science Nursing“ führt.

Ich finde, dass das Studium teilweise einer Fachweiterbildung, wie man sie bisher kannte egal ob Intensivpflege od. Palliativpflege, ähnelt. Grundsätzlich finde ich die Idee nicht schlecht, wenn dadurch die momentan miserable Qualität der Pflege wieder steigen wird. Man versucht sich mit diesem Studiengang evtl. den USA oder auch zahlreichen europäischen Ländern, in denen die Krankenpflegeausbildung länger als in Deutschland dauert, anzupassen.

Mit den akademisch ausgebildeten „Pflegekräften“ bzw. Bachelor of Nursing Science wird man den in der Zukunft sicherlich wachsenden Bedarf an hochspezialisierten Fachkräften in Leitungspositionen decken. Zu ihren Aufgaben wird auch die Übernahme von einigen ärztlichen Tätigkeiten gehören.

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