Neue Schwestern braucht das Land

Fragt ihr euch auch manchmal, wo die motivierte, nette Schwester geblieben ist, die sich mit Hingabe und wachsender Begeisterung um die hilfsbedürftigen gekümmert hat? Ja ich weiß Sr. Stefanie läuft nicht mehr im Fernsehen. Die meine ich auch nicht. Mir fällt immer öfters auf, dass mehr und mehr Pflegende aggressives Verhalten an den Tag legen. Patienten werden angeschrieen, beleidigt, ja sogar misshandelt. Man hört nur noch gemecker und genörgel von den Kollegen und man hat selber nicht mehr so richtig Lust zur Arbeit zu kommen. Klar ist der Job manchmal sehr schwer und auch körperlich sehr belastend, jedoch rechtfertigt es nicht das Verhalten einiger anderer. Menschen die nicht vor körperlicher oder psychischer Gewalt gegenüber vermeintlich schwächeren zurück schrecken. Diese Leute regen sich selbst über jede Kleinigkeit auf, so das man eigentlich gar nicht mehr zu hören möchte. Alles ist von vorn herein schlecht , falsch und unnütz. Manchen Menschen kann man es eben nie recht machen. Ganz ehrlich, ich kann es nicht mehr hören. Jeder hat sein Leben selbst in der Hand und was er damit macht liegt bei jedem selbst.

Schritt 1.) Zeit für frischen Wind.Eine neue Struktur im Stationsablauf, ein gemeinsames ausarbeiten neuer Standards, oder ein paar gemeinsame Unternehmungen können dabei ganz nützlich sein. Eventuell sollten sich die betroffenen Personen mal eine längere Auszeit gönnen, sich über ihre Prioritäten im klaren werden und neue Energien tanken. Manchmal hilft jedoch nur ein Stationswechsel, oder ein Wechsel in eine neue Fachabteilung bzw. Klinik. In schlimmeren Fällen sollte man aber ganz aus der Pflege raus… (Das ist besser für alle Beteiligten!)

Schritt 2.) Konfrontation.Sollte bereits eine Gefährdung oder diverse Angriffe auf die Kollegen, oder schlimmer noch, Patienten erfolgt sein, so ist Schritt 2.) dem 1.)Schritt auf jedenfalls vorzuziehen. Denn nur so können gewaltbereite Pflegekräfte frühst möglich gestoppt werden. Ein Gespräch unter vier Augen ist meist ein guter Anfang. Wer mit etwas Einfühlungsvermögen nun die Ursache für das Verhalten der fehlgeleiteten Pflegenden erkennen und evtl.. Lösungsvorschläge anbieten kann , ist nun ein ganzes Stück weiter als dies andere schafften. Sollte es zu keinerlei Besserung oder Einsicht kommen, hilft nur der Gang zur Stationsleitung, Schritt 3.).
Vielleicht kann ein Gespräch hier Besserung oder Aufklärung bringen. Sollte dies wieder erwarten scheitern, Folgt Schritt 4.) Die PDL.
Vielleicht kann jetzt eine Versetzung auf eine andere Station, in eine andere Klinik oder ähnliche Maßnahmen besprochen werden. Evtl. droht eine Kündigung. Bei einer nachweisbaren Körperverletzung oder Misshandlung kann dies sofort, auch ohne Leitung oder PDL zur Anzeige gebracht werden.

Schritt 5.) stellt jemand neues ein und formt ihn aus.   :-))

Bei der Aufklärung von Misshandlungen oder beim beseitigen chronischer Unlust (bzw. Unzufriedenheit) kommt es weniger darauf an, jemanden vor den Kopf zu stoßen, sondern mehr darauf, sachlich zu handeln und ein Problem effektiv zu lösen.

Was lernen wir also daraus? Bleibt beruflich beweglich und euch selber treu. Wenn ihr ein Problem habt, denkt darüber nach woran das liegen könnte und wie man es zu eigenen Gunsten ändert. Ihr müsst euch schließlich im Spiegel betrachten.

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5 Gedanken zu „Neue Schwestern braucht das Land“

  1. Sicher fragt ihr euch warum dieses Thema immer wieder hier im Blog angesprochen wird?!
    Nun es ist leider immernoch sehr present und sollte uns sehr am Herzen liegen.Wenn nur eine Person zur Einsicht kommt und sich dadurch etwas ändert, hat es was genützt…

  2. Nun mit den Ärzten das ist so eine Sache.Das haben wir leider nicht in der Hand.(In der Pflege arbeitet man eben vermehrt mit Pflegepersonal…)Obwohl ich dir gerne zustimme.

  3. hallo mucki,

    offensichtlich arbeitest du nicht in der pflege… natürlich ist es schlimm wenn solche dinge geschehen aber deine realitätsfremden vorschläge zeigen, dass du doch sehr weit vom berufsalltag weg bist.
    die hohe arbeitsbelastung ist meisst der grund für gestresste und genervte pflegende, der auslöser für gewalt ist das aber nicht.
    ich liebe meinen beruf und grade bin ich zu hause weil ein patient mich ins gesicht getreten aht und mir den kiefer gebraochen hat. so sind patienten sie sehen uns als putzlappen, bedienstete die man tritt schägt bespuckt mit der klingel traktiert “ fenster auf fenster zu“ „wasser zu kalt ach doch lieber tee“ von denen wir uns anbrüllen lassen wenn wir wegen eines notfalls mal nicht sofort antanzen, die sich für das verhalten der ärtzte an uns buchstäblich rächen und vor dem gott in weiß den mund halten. die sich bei angehörigen beklagen, dass man sie nicht versorgt, weil man nicht 3 stunden am bett sitz und schwätzchen hält… willkomen im berufsalltag der pfegenden bitte bevor du das nächste mal solche texte verfasst, beschäftige dich mit allen seiten einer situation, so erweckst du einen falschen eindruck und schlägst dem ohnehin überlasteten, misshandelten pfegepersonal ins gesicht

  4. Hallo mirzel,
    offensichtlich hast du meinen Artikel falsch verstanden. Natürlich stellt er nur eine kleine, aber wie ich finde, wichtige Sichtweise dar. Nämlich die der misshandelnden Pflegekraft „…Patienten werden angeschrieen, beleidigt, ja sogar misshandelt…“. Der Artkel beruht auf eigenen Erfahrungen mit div. Exkollegen und soll Betroffenen (in diesem Fall Patienten) helfen sich ordnungsgemäß zu wehren oder einen geeigneten Ansprechpartner für solche Probleme zu finden. Dies ist keine wissenschaftliche Abhandlung.
    Natürlich muss ich dir auch Recht geben, dass das Pflegepersonal immer herablassender behandelt wird. Nahezu wie Dienstpersonal oder niedere Menschen. Aber das ist zum Glück nicht die Regel. Obwohl ich einen erschreckenden Aufwärtstrend innerhalb der letzten 9 Jahren meiner doch sehr aktiven Pflegetätigkeit feststellen konnte. Doch um dieses Thema ging es in meinem Artikel nicht. Auch ich habe schon einige Tritte, Schläge, Kratzer, Bisse und seelische Verletzungen von derartigen Attacken einstecken müssen. Von fliegenden, vollen Bettschüsseln mal abgesehen (weil der Pat. zu lange warten musste, da der Nachbar gerade reanimiert wurde und dies etwas länger dauerte).
    Dieses Thema wäre also einige Artikel wert, welche ich aber nicht mehr verfassen werde, da diese oft falsch aufgefasst werden.

    PS: Was dir passiert ist tut mir sehr leid. Ich wünsche dir eine rasche Besserung und alles Gute.

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