Das Krankenpflegeexamen

Aufgrund des folgender Gästebucheintrags wollte ich nun doch einmal recherchieren was denn dran ist an dem Namen des Krankenpflegeexamens. Hier erst noch einmal der Gästebucheintrag von Paul:

locker bleiben! es gibt übrigens kein examen in pflege. is ja nur ne ausbildung. –> nich übertreiben! bye bye

Paul liegt da leider nicht ganz richtig. Es ist korrekt, dass es in der Pflege kein Staatsexamen gibt, da die Examensprüfung nicht von staatlicher Stelle initiiert wird, jedoch handelt es sich bei einem Examen auch nur um eine schriftliche Abprüfung des Kenntnisstandes. Dieser Kenntnisstand kann auch im Rahmen des staatlichen Examens zur Gesundheits- und Krankenpfleger/In abgefragt werden.

Insofern hat Paul natürlich unrecht. Nachzulesen gibt es das Gesagte in Wikipedia.

Ich frage mich dennoch was dieser Beitrag von Paul im Gästebucheintrag zu suchen hat. Was wollte uns Paul mit der Äußerung es sei „nur“ eine Ausbildung sagen?

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11 Gedanken zu „Das Krankenpflegeexamen“

  1. Das Pflegewiki hat mehr zum Thema: http://www.pflegewiki.de/wiki/Examen_als_falscher_Begriff

    Kurzum: Es handelt sich um eine Abschlussprüfung auf Grund eines Bundesgesetzes (deshalb „staatlich“), die hinterher zur Führung der Berufsbezeichnung berechtigt. D.h. wer sich „Gesundheits- und Krankenpfleger(in)“ nennt, ohne die Prüfung erfolgreich abgelegt zu haben, missbraucht strafrechtlich relevant eine Berufsbezeichnung.

    Die Bezeichnung als „Examen“ ist eine sprachliche Ungenauigkeit, hat allerdings mit dem „Staatsexamen“ genauso viel zu tun wie „Wasser“ mit „Kirschwasser“.

    Eigentlich alles kein Ding. Stinkelangweilig und absolut irrelevant. Als ob nicht jeder im medizinischen Umfeld wüsste, dass ne Krankenschwester ihren Beruf nicht herbeistudiert hat. Aber wer sich über ne kleine sprachliche Ungenauigkeit innerhalb eines berufsspezifischen Jargons aufregt, ohne ordentlich zu googlen, dem ist nicht zu helfen.

    Das Dasein als Pflegekraft ist ein hartes Brot und verlangt eine Menge von den Leuten (hier spricht ein Medizinstudent, ich glaub ich weiß wovon ich rede). Und dann noch den Abschluss herunterwürdigen. Wie erbärmlich. Da musste sich jemand wohl selber hochziehen.

  2. @Lupo:
    Auch ich wollte in dem Artikel darauf hinaus, dass das Examen in diesem Zusammenhang als Synonym für Prüfung gebraucht wird. Dies ist meines Erachtens auch möglich und korrekt, da es sich umgangssprachlich nun einmal so eingebürgert hat. Das es kein Staatsexamen ist, sollte eigentlich jedem klar sein.

    Über die Beweggründe Pauls bin ich mir nicht schlüssig, aber ich denke Du triffst es mit Deinem letzten Satz ziemlich genau auf den Punkt.

  3. Guten abend,
    auch ich möchte meine, wenn auch etwas andere Meinung zu Pauls Gästebucheintrag kundtun. Zunächst möchte ich mich kurz vorstellen. Ich heisse Sybille und bin seid 6 Jahren Krankenschwester auf einer Intern. Intensiv. Über den Tonfall von Paul kann man diskutieren, sicher ist dieser etwas forsch, viele Pflegekräfte fühlen sich sicherlich vor den Kopf gestoßen. Nun versuche ich, Pauls Meinung und Äußerung nachzuvollziehen. Leider muss ich feststellen, das auch ich oft die Erfahrung mache, das Pflegekräfte meinen, über Dinge urteilen zu müssen, in dene sie nicht geschult sind. Das sind meist fachspezif., medizin. Komplexe, wie die Indikation für Sonden, Katheter etc. Oft wird über Ärzte geschimpft und ärztliches Wissen und deren Kompetenz in Frage gestellt. Nun frage ich mich: Wem außer Ärzten selber steht die medizin. Behandlung und Beurteilung zu? Was eine Pflegekraft sich auch über Jahre hat aus Büchern erliest, kann meiner Meinung nach kein Semester oder Ähnliches ersetzen. Mir stellt saich oft die Frage: Wieso wissen manche Pflegekräfte mehr durch ihre Ausbildung als ein Arzt durch ihr Studium? Oder glauben mehr zu wissen. Jahrelange Erfahung? Das wäre möglich, Erfahrung ersetzt aber leider kein Studium bzw. Wissen. Ich möchte den Pflegeberuf (ich führe ihn ja selbst aus) keinesfalls entwürdigen, jedoch auch feststellen, das die Grenzen unserer Kompetenzen (oft) schnell erreicht sind. Beispiel: Ich kann aus dem morgendlichen Waschen eine Wissenschaft machen, wo vielleicht nicht so richtig eine ist. Desweiteren sollte man sich vor Augen halten, das ohne ärztliche Anweisungen und Anordnungen (fast) keine selbstständige Arbeit einer Pflegekraft möglich ist. Natürlich werden Perfusoren gewechselt, Infusionen angehangen, Flexülen gelegt, Blut abgenommen, Medikamente reguliert (z.B. Katecholamine). Dennoch erfolgt alles ausschließlich nach ärtzlichen Anordnungen. Kurzum: Ohne Arzt nix los. Damit ist der Pflegeberuf zwar sehr veantwortungsvoll, jedoch nicht wirklich eigenständig. Zumindest nicht im Krankenhaus. Möglicherweise in der ambulaten Pflege. Aber auch hier werden Tabletten nach ärztli. Anordnung gestellt.
    So, ich wollte nur mal meine Meinung äußern und hoffe, niemanden in seinem beruflichem Idealismus gekränkt zu haben. Vielleicht konnte ich zu einer Diskussion anregen und wünsche allen ein besinnliches Fest. Gruß, Sybille

  4. O.a. Kommentar habe ich aus dem Gästebuch hierher geschoben.

    Hallo Sybille, vielen Dank für Deinen Eintrag. Auch wenn ich mich jetzt im Pflegebereich leider nicht auskenne, so kann ich doch aus meiner Branche (IT-Bereich) durchaus sagen, dass Erfahrung durchaus manchmal ein Studium ersetzen und sogar toppen kann.

    Ich möchte jetzt nicht mein eigenes Studium herabsetzen, aber das Studium ist doch letztenendes nur der Beweis dafür, dass ich mir selbständig Lerninhalte vermitteln und wissenschaftlich aufarbeiten kann.

    Die Praxis lernt man (und das muss auch bei Ärzten so sein) eben erst „vor Ort“. Im Managementbereich ist es Gang und Gebe, dass hier auf Wissen der Mitarbeiter gesetzt wird, die Manager jedoch die Verantwortung für das Getane tragen.

    Ähnlich stelle ich es mir im Pflegebereich vor. Die Ärzte tragen für den Patienten die Verantwortung, sind jedoch auf das Wissen ihrer Mitarbeiter (also dem Pflegepersonal) angewiesen. Von daher kann ich es mir gut vorstellen, dass in manchen Bereichen der Pflegetätigkeit das Pflegepersonal im Wissen den Ärzten überlegen sind.

    Allerdings würde ich mir an dieser Stelle ein paar Kommentare ehrlicher Ärzte wünschen, die meine Theorie bestätigen, da ich nicht für den Pflegebereich sprechen kann.

    Und „Ohne Arzt nix los“ würd‘ ich so nicht stehen lassen, denn alles ist erlernbar und ein Krankenhaus ohne Gesundheits- und Krankenpfleger/innen kann auch ganz schön leer sein.

    Des Weiteren kann ich beim Besten Willen immer noch keinen Sinn in Pauls Beitrag sehen. Mich an dem umgangssprachlichem Begriff „Examen“ hochzuziehen ist einfach kindisch.

    So long…

  5. Bei uns Physiotherapeuten ist es genau die selbe Choose…wir haben auch ein Staatsexamen zu absolvieren.

    Es klingt immer sehr hochgestochen wenn ich sage das ich schon 2 Staatsexamen hinter mir habe.

    Jedoch wurde hier schon richtig geschrieben das dies nichts anderes ist als eine prüfung über das gesamte wissen der ausbildung. Egal ob als Krankenschwester oder als PT oder sonstwen.

    Wir stehen alle auf einer Stufe, und der Patient über uns.

    Gruß:

    Physioblogger

  6. sagt mal leute, habt ihr nichts besseres zutun als über sowas banales zu diskutieren! lernt doch lieber fürs examen, tb 1,2,6,7 sind für die schrifliche, staatliche prüfung angesagt. viel erfolg

  7. Nach der neuen Ausbildung seit 2004 zur Krankenschwester, heißt der Abschluss Gesundheits- & Krankenpflegerin und man hat staatl. anerkanntes Examen + Fachabi, genau wie nach der 12. !
    Ich sag euch eins mit 7 Teilen (3 mündl., 3 schriftl. & 1 praktisch) ist das auch gerechtfertigt & es ist nicht NUR die Krankenschwester…

  8. Das klingt so, als sei ne Ausbildung eben mal locker gemacht. Meist kommen solche Aussagen von Leuten die studiert haben und keine Ahnung davon haben. Immer diese Vorurteile.
    Ich finde das Kommentar von Paul einfach nur daneben!

    LG,
    Moni

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