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Methadon – Alte, neue Waffe gegen Krebs

Sonntag, 30. Juli 2017 | Autor:

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man eigentlich behaupten, ein Mittel gegen Krebs gefunden zu haben. Viele positive Krankheitsverläufe sprechen mittlerweile deutlich dafür, dass Methadon Krebspatienten mehr Lebensstandard bieten kann und sogar einige Tumore vollständig ausrotten, dennoch ist dieses Medikament als Krebstherapeutikum nicht zugelassen.

Methadon ist seit den 70er Jahren als Drogenersatz für Heroin bekannt. Was man jahrelang nicht wußte, ist die Tatsache, dass Methadon nebenbei die Eigenschaft hat, Krebszellen abzutöten. Dies fand bereits 2007 die Ulmer Chemikerin Dr. Friesen heraus, als sie in der Rechtsmedizin die Wirkung von Drogen auf Krebszellen erforschte. Sie wiederholte ihre Beobachtungen immer wieder und kam jedes Mal zu demselben Ergebnis: Methadon kann besonders während einer Chemotherapie Tumorzellen zerstören. Chemotherapeutika prallen oft an der Tumorzelle ab und haben keine Wirkung. Da Methadon den Widerstand der Tumorzelle brechen kann, kann man die Chemowirkung verbessern. Methadon heftet sich an die Tumorzelle, macht weitere Schleusen auf, sodass das Chemotherapeutikum in die Tumorzelle eindringen kann und sie zerstört.

Eigentlich könnte jetzt in die Hände klatschen und ganz laut „Hurra“ rufen, leider sieht die Realität ganz anders aus. Betroffenen, die an einer Methadon-Behandlung interessiert sind, werden viele Steine in den Weg gelegt.

Diese wunderbare Zufallsentdeckung von Frau Dr. Friesen hätte seit 10 Jahren schon viele Menschenleben retten können, wenn da nicht das Problem wäre, dass es bisher keine klinische Studie gibt. Angeblich aus diesem Grund ist es momentan so, dass sich die meisten Ärze und ganz besonders Onkologen gegen den Umgang mit Methadon vehement wehren und den Betroffenen, die das Thema Methadon auch nur ansprechen, sogar die Weiterbehandlung verweigern wollen. Viele Ärzte scheuen sich den Umgang mit der Substanz zu erlernen. Dabei darf auch bei fehlender Studie jeder Arzt, der Betäubungsmittel verschreiben darf, auch Methadon als Schmerzmittel verschreiben. Das ist wirklich sehr schade, denn Methadon hat deutlich weniger Nebenwirkungen als andere Opiate. Die Pharmaindustrie zeigt leider auch kein Interesse an Methadon. Hier spielt leider Geld eine immense Rolle. Während eine sechswöchige Behandlung mit Methadon etwa 20 Euro kostet, lässt sich mit anderen Medikamenten und ganz besonders teilweise nicht wirksamen Chemotherapeutika deutlich mehr Geld verdienen. Es ist einfach erschreckend, wie die Pharmaindustrie mit der „letzten Chance“ für viele Krebspatienten umgeht. Es gibt mittlerweile sogar Beweise, dass einige Onkologen Provisionen für den Einsatz bestimmter Chemotherapeutika einstecken. Wieso sollten sich diese skrupellosen Menschen nun für das kostengünstige Methadon, das gutes Heilungspotenzial aufweist, begeistern?

Man kann nur hoffen, dass möglichst bald eine Methadon-Studie durchgeführt wird oder die Betroffenen einen fähigen Mediziner findet, der sich mit Methadon befasst und dieses hochpotente Schmerztherapeutikum rechtzeitig einsetzt. Vielen Krebskranken läuft leider die Zeit davon.

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Thema: Krankenpflege Allgemein

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Ein Kommentar

  1. Leider gibt es wirklich immer wieder schwarze Schafe, für die das Wohl des Patienten nicht im Vordergrund steht. Sehr ärgerlich, weil dadurch auch das Ansehen der gesamten Branche beschädigt wird.

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