Nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Mit 3 Milliarden Euro will das Bundeskabinett den deutschen Krankenhäusern aus ihrer finanziellen Misere helfen. Rund 21.000 Pflegestellen sollen in den nächsten 3 Jahren aufgebaut werden, das ist doch schon mal nicht schlecht, könnte aber ein wenig schneller gehen. Die Krankenhausgesellschaft DKG übt scharfe Kritik an dieser Reform, denn der Beschluß ist nicht ausreichend! Allein der Anstieg der Tariflöhne für dieses und nächstes Jahr um 8 % und der Energiekosten um 25 % bedeutet eine enorme finanzielle Belastung. Wenn man bedenkt, dass die Finanzlücke rund 6,7 Milliarden Euro beträgt, ist die heutige Reform wirklich nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Wer heute keine Nachrichten zu diesem Thema gesehen hat, kann dies hier nachholen.

Mehr Geld für die Pharmaindustrie

Die Preise für Medikamente steigen im kommenden Jahr um 6,6 %. Das entspricht 2,04 Milliarden Euro. Zu dieser Entscheidung kamen die Spitzenverbände der Krankenkassen KBV und GKV. Das Übereinkommen bildet eine wichtige Basis für die Kalkulation des einheitlichen Beitragssatzes der Krankenkassen. Man hat ursprünglich sogar einen Arzeiausgabeanstieg von 8,1 % erwartet.

Quelle: ShortNews

Vermessung der Pflege – Keine leichte Aufgabe

Birgit H./Pixelio
Birgit H./Pixelio

Heiße Diskussionen treten auf, wenn es darum geht den Pflegeaufwand adäquat zu ermitteln. Momentan werden dazu die DRGs (Diagnosis Related Groups) benutzt, die allerdings auf medizinischen Diagnosen beruhen und somit die pflegerische Mühe nicht darstellen können. Seit der Einführung der DRGs im Jahr 2003 wurden vermehrt Stellen in der Pflege abgebaut. Auch die PPR (Pflegepersonalregelung), die einige Krankenhäuser immer noch nutzen ist nicht das richtige „Messinstrument“, da sie die Pflegeleistungen in der Nacht, die Intensivpflege, die Prävention und das Entlassungsmanagement nicht erfassen. Also muss ein neuer Weg gefunden werden wie der Pflegeaufwand offensichtlich dargestellt werden kann. Es muss auch bedacht werden, dass der Aufwand der Pflege bei gleichen Krankheiten und Fallgruppen sehr unterschiedlich sein kann.
All die Probleme gaben dem Deutschen Pflegerat (DPR) nun den Anlass ein Forschungsprojekt ins Leben zu rufen, bei dem Instrumente zur Abbildung des Pflegeaufwand untersucht werden sollen.

Ein einheitliches, überschaubares und aussagekräftiges System zur Erfassung des Pflegeaufwandes ist wirklich dringend erforderlich! Ich bin schon sehr gespannt was auf uns zukommt.